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„Alexa, was steht heute an?“

- Wie Amazon unseren Alltag lenkt

Seit dem Launch der ersten Generation von Amazons Sprachassistenten Alexa 2014 wurde die Produktreihe „Echo“ weitreichend ausgebaut und es wurden bis zum Beginn letzten Jahres insgesamt über 100 Mio. Geräte mit integriertem Alexa verkauft. Alexa etabliert sich nach und nach als die Schnittstelle für automatisierte Kommunikation. Doch die Entwickler hinter der KI haben noch Großes mit ihrem Voice Assistent vor. Immer bereit und smarter als je zuvor soll Alexa die Nutzer überallhin begleiten und ihre Bedürfnisse vorhersagen können. Wie gut das schon heute funktioniert, haben wir uns in einem Selbstexperiment angeschaut.

Einen Computer ohne Eingabe komplizierter Codes und Befehle einfach sprachsteuern und dabei alle Daten und Informationen sofort abrufen. Alles, was man tun muss, ist fragen. Inspiriert vom Boardcomputer des Raumschiffs Enterprise (Star Trek), ist das dank den klugen Köpfen hinter Amazons Alexa heute keine Science-Fiction mehr. Schnell mal daran erinnert werden, dass die Verwandtschaft zu Besuch kommt, eine Einkaufsliste erstellen, ein Schokokuchenrezept für die Kleinen raussuchen und mit Alexa zubereiten. Theoretisch gibt es für den Sprachassistenten kaum Grenzen, unseren Alltag zu erleichtern. Behält Alexa damit vielleicht nicht nur beim Schokokuchen backen, sondern auch in anderen Bereichen unseres Alltags das Kommando?

 

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen hat sich Lukas, ein 19-jähriger Student aus Mainz, bereit erklärt, an einem skurrilen Selbstexperiment teilzunehmen. Er bekam ein Echo der zweiten Generation und hat ein genaues Auge auf seine alltäglichen Aktivitäten und seine Mediennutzung mit und ohne den Sprachassistenten geworfen. Drei Wochen später habe ich mich mit Lukas zusammengesetzt und ihn nach seinen Eindrücken gefragt.

Hallo Lukas, du wolltest dir ein Bild davon machen

wie es ist, deinen Alltag mit Alexa zu teilen.

Mit welchem Gefühl bist du in das Experiment gegangen? Welches Bild hattest du von Alexa und von ihren Möglichkeiten?

Ehrlich gesagt war ich vor dem Experiment kaum mit Alexa vertraut und konnte deshalb nicht einschätzen wie sehr mir der Sprachassistent im Alltag weiterhelfen würde. Meine einzige Erfahrung mit Sprachassistenten überhaupt habe ich mit Apples Siri gemacht, aber richtig in meinen Alltag integriert habe ich Siri eher nicht. Mir war schon klar, dass Alexa wohl mehr Möglichkeiten bietet als vergleichbare Produkte, wusste aber nicht, was genau mich erwartet.

Du hattest ja den direkten Vergleich zwischen einem Alltag mit und ohne Alexa. Sind dir Unterschiede in deinen Routinen aufgefallen?

Gerade in meinen Routinen habe ich die größten Unterschiede bemerkt. Morgens konnte ich mich, je nach Tagesplan, zu einer gewissen Uhrzeit wecken lassen und mir danach zum Beispiel das Wetter von heute oder die Sportergebnisse von gestern Abend ansagen lassen, während ich meine Sachen für die Uni packte. Auch meine Musik konnte ich auf Abruf abspielen lassen. Diese kleinen Informationen und Möglichkeiten „to go“ können vergleichsweise ziemlich nützlich sein, weil sie auf angenehme Weise Zeit sparen.

Glaubst du Alexa hatte einen Einfluss auf die Art wie du Medien nutzt, oder Aufgaben erledigst?

Auf jeden Fall. Mit Alexa war es nicht mehr nötig, gewisse Apps zusätzlich nebenher zu nutzen, sondern man kann fast alles über die Sprachsteuerung erfahren oder aktivieren. Bei der Art und Weise wie ich Aufgaben im Alltag erledige, war der Einfluss eher gering. Das kann aber sicher auch daran liegen, dass ich noch nicht mit allen Funktionen vertraut gewesen bin, die Alexa erledigungstechnisch bietet.

 

Beschränkte sich dieser Einfluss auf deine eigenen vier Wände?

 

Ja, das schon. Außerhalb konnte ich nicht mehr auf Alexa zugreifen. Dafür ist das Gerät ja nicht gemacht. Aber Zuhause war es sehr praktisch, da ich viele Smart Home Geräte habe, die sich allesamt gut mit Alexa koppeln ließen.

 

 

Amazon führend bei Hardware und Apps

Amazons Echos sind bereits in vielen Haushalten auf der ganzen Welt angekommen. Aktuelle Studien zeigen, dass sich Amazon bereits 2019 mit 6,6 Mio. verkauften Echos weltweit und mit über 56.000 ausführbaren Skills (Apps für Alexa) allein in den USA, gegen die Konkurrenz Google, Microsoft und Co. im Bereich der Smart Speaker behauptet hat. Amazon ermöglicht es Entwicklern von Drittanbietern mit dem „Alexa Skills Kit“ uneingeschränkt Skills für Alexa zu programmieren und dadurch Dienste für jeden Alexa Nutzer per Sprachbefehl verfügbar zu machen, die bis dahin nicht denkbar waren.

„Ein Skill für jeden Moment.“

Rohit Prasad ist Vizepräsident und leitender Forscher des Alexa Entwicklerteams. Er ist maßgeblich am Erfolg Alexas beteiligt und gestaltet mit seinem Team bei Amazon den Pfad, dem die weitere Entwicklung von Alexa in Zukunft folgen wird. Seiner Überzeugung nach, ist Alexa auf dem Weg der perfekte Alltagshelfer für jeden Nutzer zu sein. Besonders die schiere Anzahl der Skills, die schon heute verfügbar sind, lassen ihn nicht daran zweifeln, dass man Alexa in jede Situation im Alltag einbinden kann. „I think there is a skill for every moment.“, so Prasad bei der VoxCon 2019 in Delhi.

In einem Interview mit dem MIT Tech Review äußerte sich Prasad zu seiner Vision für den Sprachassistenten. Alexa soll aus Nutzerdaten lernen, die Absicht eines angefangenen Gesprächs zu erkennen und eigenständig dazu passende Vorschläge machen. Und zwar schnell, zuverlässig und jeder Zeit.

Alexa to go

Dafür braucht es neue Geräte, denn Amazon Echos haben eine große Schwäche. Sie sind standortgebunden. Ohne ständige Stromverbindung oder Verbindung zum heimischen WLAN geht gar nichts. Außerdem, einen dicken Echo Lautsprecher in der Handtasche mitzunehmen wäre wohl alles andere als sexy. Daher kündigte Amazon im September letzten Jahres auf dem Alexa Device Event erstmals tragbare Echos (wearables) an.

Die gesamte Präsentation der VoxCon 2019 mit Rohit Prasad gibt es hier​.

„Tragbar“ kann man dabei wörtlich nehmen, denn den Echo Loop, die Echo Buds und die Echo Frames trägt man als Ring am Finger, als Bluetooth Kopfhörer in den Ohren und als Brille im Gesicht. Ziel dieser neuen Produktreihen ist es, abgesehen davon das Outfit abzurunden, Alexa für den Nutzer nun überall und jederzeit zugänglich zu machen. Dadurch bekommt Alexa die Möglichkeit, das Verhalten, den Standort und die Vorlieben jedes Nutzers zu dokumentieren und zu verstehen. Damit kann sie Trends wie zum Beispiel häufig zusammen verwendete Skills erkennen, oder auf Änderungen in deinem Terminkalender reagieren und dich direkt darüber informieren.

Alexa wird immer smarter

In den vergangenen fünf Jahren haben Prasad und sein Team am Fundament der KI, wie der Sprach- und Videoerkennung und der Fähigkeit, Gesprochenes zu interpretieren (natural-language understanding) gearbeitet. Nun hat das Team begonnen, mit komplexeren Denkmustern darauf aufzubauen. Alexas intelligente Vorhersage- und Entscheidungskompetenz, als auch ihr logisches Denken werden aktuell trainiert, so das MIT Tech Review. Das ist wichtig, damit Alexa vorhersagen kann, wohin das Gespräch führt und darauf aufbauend einen passenden Vorschlag äußern kann.

Wie das konkret beim Planen eines Kinoabends aussieht wird in diesem Video

demonstriert.

Was bedeutet das nun für unsere Zukunft? Egal ob wir Onlinemedien konsumieren oder einfach eine Pizza bestellen, wir nutzen automatisierte Kommunikation. Sie umgibt uns. Alexa bietet die wohl bequemste Weise sich in unserer digitalisierten Welt zurecht zu finden. Aber zu welchem Preis? Es bleibt wohl jedem selbst überlassen sich zu fragen, ob man stets von einer allwissenden KI umgeben sein möchte oder alleine zurechtkommen will.

David Arandas

Sprachassistenten gibt es heute in Millionen deutschen Haushalten. Auch wenn bereits einer von drei Deutschen sie nutzt, ist oft unklar, wie genau sie funktionieren. Dabei bieten sie viele Möglichkeiten, wenn man sie genauer kennenlernt. Und das nicht nur privat, sondern auch im Beruf. Gerade für Marketing und PR sind die Möglichkeiten groß.

Alexa, was machst du grade – und wie?

Alexa, mach das Licht aus! Siri, wie wird das Wetter morgen? Heute ist es völlig normal mit technischen Geräten zu sprechen und eine Antwort von diesen zu erhalten. Doch wie weit war der Weg dorthin? Und welche Intension hatten die Erfinder dabei? Die Entstehungsgeschichte bis zu den heutigen kommunizierenden Geräten begann bereits vor rund 60 Jahren.

Wie Audrey zu Alexa wurde

A.I. has changed and improved in many ways.
But what is emotional intelligent technology?
Which are the risks and implications?
We are going to discover it.

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