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Ist der SWR3-Elchbot ein

röhrender Erfolg?

Das knuffige SWR3-Maskottchen, der Elch, wird smart. Zumindest ist das der Plan des Teams hinter dem SWR3-Elchbot, der den Hörern auf Knopfdruck individuelle und stets aktuelle Stauinfos, Witze und Programminfos liefern soll. Dafür wurde das Projekt 2019 sogar für den Radiopreis in der Kategorie „Beste Innovation“ nominiert. Aber lohnt sich der neue Service überhaupt? Dieser Frage widme ich mich in einem mehrwöchigen Selbsttest.

Er ist immer dabei. Hochaktuell und stets individuell versorgt er dich mit den neusten Staumeldungen, Nachrichten oder verrät dir, wie das Lied heißt, das gerade im Radio lief: der SWR3-Elchbot!

„[Mit ihm] hält der sogenannte "Conversational Journalism" zum ersten Mal auch Einzug in den Bereich Radio und Hörerbindung“, wie im PressePortal der dpa-Gruppe zu lesen ist. Und zukünftig soll es ihn nicht nur auf dem Smartphone oder im Web, sondern auch „auf Alexa und überall“ geben.

Das Versprechen:

  • „Du chattest ganz einfach im Facebook-Messenger mit dem Elch.“

  • „Deine persönlichen Streckeninfos immer aktuell“

  • „Witze, Radio-Playlisten, News vom SWR3-Elchbot“

 

„Künstliche Intelligenz hilft im Urlaub"

Diese Aussage zielt ganz konkret auf eine der vier Funktionen des Bots (Verkehr, News, Comedy, Service), die ich im Zuge dieses Projektes getestet habe. Eine Gelegenheit dazu ergab sich, als ich, die sonst nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, zwischen den Jahren eine längere Autofahrt ins östliche Nordrhein-Westfalen unternahm, um dort mit ein paar Freunden das neue Jahrzehnt einzuläuten.

Erste Schritte

Als Vorbereitung verband ich mich am 13. November 2019 im Facebook-Messenger mit dem Elchbot, denn neben dem Browser war dies die einzige andere Kommunikationsplattform, die mir zur Verfügung stand. Nach einer kurzen Begrüßung und dem Akzeptieren der Datenschutzerklärung ging es auch schon los. Doch schnell doppelten sich die Fragen und Antworten des Bots, was, wie ich später erfuhr, am 6-stufigen Schleifenbaum liegt, mit dessen Hilfe der Bot auf die Nachrichten reagiert.

 

Mein erster Eindruck: ein individueller Dialog sieht anders aus. :(

„Endlich Schluss mit dem ewigen Checken der Autostrecke zur Arbeit oder nach Hause. Das erledigt der SWR3-Elchbot für dich, wann immer du es willst. Du chattest ganz einfach im Facebook-Messenger mit dem Elch.“

 

 

Ganz einfach - darin lag direkt das erste Problem, denn nachdem ich mir einen ersten Eindruck vom knuffigen und leicht launischen SWR3-Elchbot machen konnte, wurde am 17.12.2019 der Dienst über die Messenger-App eingestellt. In gewohnt flapsiger Manier informierte mich der Elchbot:

Die Alternative war die Nutzung der Chatfunktion auf der Radio-Homepage, was allerdings weniger komfortabel und vor allem während der Autofahrt noch weniger praktikabel ist. Eine weitere Schwäche der Webversion: die Routenoption (= regelmäßige Updates zu einer eingestellten Strecke), die gerade für Pendler oder auf längeren Autofahrten interessant ist, wird nicht unterstützt. Schade, gerade auf der vor uns liegenden Autofahrt hätten wir davon profitieren können.

Der Elch-Chat auf der SWR3-Homepage: keine Routenoption

 

Hitting the road

 

Trotzdem machten wir uns am 30. Dezember 2019 um 12:30 Uhr mit Snacks, Sekt und jeder Menge guter Laune auf den Weg nach Paderborn. Auch die Webversion des SWR3-Elchbots in meinem Handybrowser war mit an Bord.


Unser Ziel war es, ohne großen Stress schnell und sicher bei Sarah anzukommen. Zuerst fragten wir also:

Beispielhafte Anfrage einer Strecke

 

Wie sich herausstellte, muss man seine genaue Route schon im Voraus planen, damit man den Elchbot dann mit den Straßennamen füttern kann. (Das klappt gut bei Autobahnen, Bundes- und Landstraßen.) Das ist auf langen, unbekannten Strecken nicht sehr hilfreich, aber auf täglichen Routen, z.B. auf dem Weg zur Arbeit mit Sicherheit ganz nützlich.

 

Also weiter…

 

Schnell fiel uns auf, dass der Elchbot keine eigene Sprachausgabe hat, seine Antworten also höchstens über die Ausgabefunktion anderer Geräte (Smartphone/Auto) gefahrlos angehört werden können. Für einen Service, der sich auch konkret an seine Hörer unterwegs richtet, nicht gerade optimal.

 

Gott sei Dank war ich aber nur Beifahrer, sodass keinerlei Gefahr für uns oder andere Verkehrsteilnehmer bestand. ^,^

 

Ein Elch in den Kinderschuhen

„Wer fragt, bekommt immer eine weiterführende Antwort.“

Diese Aussage würde ich so nicht zu 100% unterschreiben, wie man an den Kommunikationsproblemen und Sackgassen in der Bildergalerie sehen kann.

 

Allerdings ist sich der manchmal etwas sensible Bot dessen auch selbst bewusst:

 

Ab nach Hause oder hitting the road again…

 

Auch wenn man ihn sicher vom Beifahrersitz aus bedient, oder sich morgens beim Kaffee über die gewohnte Strecke informiert, stellt sich immer noch die Frage, ob die verfügbaren Infos auch so top-aktuell sind, wie versprochen?

 

Um das herauszufinden, spannte ich auf dem Heimweg alle mir verfügbare Women-Power, sprich Sarahs Google Maps, zur Überprüfung der Aktualität bzw. Exklusivität des Elchbot-Services ein.

Doch wie man sieht, war auf Google Maps eine Verzögerung markiert, die auch in den 16 Uhr-Nachrichten bei FFH erwähnt wurde, von der der Elchbot leider noch nichts zu berichten wusste.

 

Auch SWR3 weiß, dass der Bot noch nicht perfekt ist: „Natürlich klappt das Stauumfahren noch besser, wenn du regelmäßig den Stauüberblick im Radio anhörst.“

Meldung einer Verkehrsstörung bei Google Maps

Quick Facts

 

 

  • Künstliche Intelligenz hilft dem Bot, Tippfehler und neue Fragen zu bekannten Funktionen zu erkennen oder bei fehlenden Informationen nachzufragen.

 

  • Ein Bot schläft nie – man kann 24/7 mit dem Elchbot chatten.

 

  • Auf Facebook erreicht der Elchbot 4,8 von 5 Punkten (Stand 15.01.2020). Bei nur 8 Bewertungen ist dies aber wenig aussagekräftig.

Wer steht hinter dem Projekt?

 

Entwickelt wurde das Feature von Christian Hufnagel und Daniel Freytag aus dem SWR audio lab, die mir in einem Gespräch viel über ihr erstes gemeinsames Projekt berichtet haben. Dafür wurden sie 2019 zusammen mit Stefan Scheurer, dem SWR3-Onlinechef, auch für den deutschen Radiopreis in der Kategorie „Beste Innovation“ nominiert.

 

Seitdem das Projekt im Frühjahr 2017, der Hochzeit der Bots, begann, ist es nach seiner kurzen Testphase in der Public-Beta-Version für jedermann verfügbar. Die beiden freuen sich über das positive und konstruktive Feedback aus der SWR3 Community, das auch zur dauernden Verbesserung und Weiterentwicklung der Anwendung beiträgt.

Fazit

 

Wenn du Spaß an technischen Spielereien hast oder (deine) Kinder auf der Autofahrt in den Urlaub beschäftigen möchtest, sollten du dir den SWR3-Elchbot mal genauer angucken. Wem es aber vor allem auf praktische Stauinfos unterwegs ankommt, der vertraut besser auf sein Navi oder schaltet einfach ganz old school das Radio ein!

 

Von mir gibt es für die innovationsfreudige Idee und die Möglichkeit, auf Knopfdruck unterhalten oder informiert zu werden, 3 von 5 Elchen.

 

Johanna Reiß

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