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Künstliche Intelligenz verschafft Kommunikationsunternehmen Vorteile

Ein Multitalent als Arbeitskollege – wer erträumt sich das nicht? Doch was, wenn dieser Kollege gar nicht menschlich ist, sondern ein Algorithmus? Was für Vorteile hat Künstliche Intelligenz und gehört ihr die Zukunft

​ Ihr Name ist Polly. Sie ist unscheinbar, mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Doch trotzdem ist sie in ihrem Unternehmen zu einer unverzichtbaren Größe herangewachsen. Denn sie lernt jeden Tag, jede Sekunde. Daten verschlingt sie regelrecht und hat sie für immer gespeichert. Außerdem arbeitet Polly Tag und Nacht, Pausen kennt sie nicht. Auch Ländergrenzen sind für sie alles andere als ein Problem, mit einer Leichtigkeit lässt sie die hinter sich. So kann sie für das eigene Unternehmen den maximalen Ertrag erzielen. Doch wie funktioniert das alles? Ganz einfach – Polly ist eine Künstliche Intelligenz.

 

Ein selbstlernender Algorithmus

„Wir bieten aktuell gemeinsam mit einem Partner eine Plattform an, mit der wir Analysen zu unterschiedlichsten Gebieten durchführen können. Die Plattform ist ein selbstlernender Algorithmus“, sagt Jasmin Rast von der PR-Firma HBI. Dieser Algorithmus trägt den Namen „Polly“. Seit 1982 ist die Firma mit Sitz in München auf dem Markt aktiv.

 Wie Polly aussieht, weiß keiner. Sie ist eine künstliche Intelligenz. 

 

Vor einigen Jahren sei KI in der Kommunikation für das Unternehmen ein wichtiges Thema geworden, sagt Jasmin Rast, Account Director von HBI. Angefangen hat alles damit, dass Lösungen für Prozesse gesucht wurden. „Hierbei kann man an Systeme zum Einstellen von Social-Media-Posts denken oder Marketing Funnels mit automatisierten Mailings und Erinnerungen“, sagt Jasmin Rast. Mit „Polly“ wurde etwas auf den Markt der Kommunikationsbranche gebracht, dass ihn revolutionierte. Polly sei ein Service für Kunden, der zielgerichtete, trendbasierte und brandaktuelle Themen ermitteln könne, sagt Jasmin Rast. „Wir bieten somit die Möglichkeit, aktuelle Diskussionen mitzugestalten oder gar anzuführen.“

Daten, Daten, Daten

 

Polly ist ein selbstlernender Algorithmus – was sie sich einmal merkt, das vergisst sie nie wieder. Wie ein Rechner sammelt sie Daten über Daten, um dem Kunden eine Analyse des Marktes zu geben. Ganz egal welches Gebiet, Polly weiß Bescheid. So könnte ein Unternehmen beispielsweise das Messaging untersuchen lassen und sich folgende Fragen beantworten lassen: Wie spricht meine Zielgruppe? Welche Worte nutzt diese? Wie sprechen wir als Unternehmen unsere Zielgruppe an? Ist unsere Zielgruppe richtig definiert?

 

Der große Vorteil von Polly: sie funktioniert sprachenunabhängig, kann von überall auf der Welt Daten aufnehmen und verarbeiten. Aber wie genau können aus den vielen Daten Schlüsse auf die Marktentwicklung gezogen werden? „Der Algorithmus ermittelt bis zu sieben Jahre zurück und immer bis hin zur Echtzeit, wie sich der Markt entwickelt hat. Dadurch lässt er Rückschlüsse zu, wie sich der Markt entwickeln wird“, sagt Jasmin Rast.

 

Vorsprung durch Technik

 

Wie Daniel Düsentrieb aus den „Lustigen Taschenbüchern“ haben auch die Kunden von HBI ein kleines Helferlein. Somit lastet Arbeit nicht nur auf einer Schulter mehr – zumindest bildlich gesehen – sondern Polly erzielt auch einen Wettbewerbsvorteil. „Wer mehr Einblicke hat, kann mehr kommunizieren“, so Rast. Und in den meisten Unternehmen geht es genau darum – Kommunikation, der Schlüssel zum Erfolg.

 

Doch bringt das wirklich einen entscheidenden Vorteil? Fakt ist: Es gibt bereits Zahlen, die einen größeren Erfolg von Künstlicher Intelligenz einsetzenden Unternehmenden belegen. Besonders erfolgreiche Unternehmen, die KI einsetzen, benutzen diese Technologie mehr als doppelt so häufig als die Konkurrenz.

 

Ist wirklich alles Gold, was glänzt?

So fleißig Polly auch Daten sammelt, ein kreativer Kopf ist sie nicht. Storytelling und Empathie fehlen komplett, sagt die Kommunikationsexpertin. „Sie schreibt keine guten Texte und kann lediglich Textbausteine zusammenfügen.“ Die Tätigkeiten eines PR-Unternehmens reduzieren sich daher gar nicht so stark. „Unsere Arbeit besteht immer noch größtenteils aus direkter menschlicher Kommunikation, Kreativität und dem Können, Texte zielgruppenspezifisch auszurichten“, so Rast. „Das kann eine KI nicht ersetzen.“

 

Der Umgang mit Künstlichen Intelligenzen birgt im Übrigen auch Gefahren. Wer vor allem mit Blick auf das Marktgeschehen einzelner Branchendaten missinterpretiere, der könne unter Umständen den durch gewisse Handlungen den Markt zum Schwanken bringen, erklärt die Expertin von HBI.

 

Ein weiteres Risiko: Fake-News. Wenn Daten auf Grundlage solcher Fake-News in eine Analyse eingespeist werden, kann das Gesamtergebnis erheblich verfälscht werden und eine Fehlinterpretation des Ergebnisses ist kaum zu vermeiden.

Abbildung aus der Studie des Unternehmens PWC zum Thema „Künstliche Intelligenz“.

Die Zukunft verspricht viel

 

Seit 2018 ist Polly auf dem Markt und hat dadurch womöglich einen Stein ins Rollen gebracht. Doch handelt es sich nur um ein paar Kieselsteine oder entsteht ein riesiger Felsbrocken, der auf die Kommunikationsbranche zurollt? Jasmin Rast: „Wir sehen im Bereich der datengetriebenen PR anhand künstlicher Intelligenz ein hohes Potential.“

 

Tatsächlich gibt es sehr viele Daten innerhalb eines jeden Unternehmens, sowie auch außerhalb, also externe Daten. Alle diese Daten zu erfassen und zu nutzen – von Menschenhand schlicht unmöglich, mit Polly eine Leichtigkeit. Vieles deutet daraufhin, dass Künstliche Intelligenzen sich nach und nach in den Arbeitsalltag integrieren. Die Zahlen zeigen jetzt schon, dass sich der Einsatz der Technologie rentiert.

 

Eine Studie des Unternehmens PWC zeigt auf, dass in Zukunft Künstliche Intelligenz nicht mehr wegzudenken ist. Allein in Deutschland könnte das Bruttoinlandsprodukt durch KI im Jahr 2030 bis zu 11,3 Prozent höher ausfallen. Das entspricht einem Zuwachs von 430 Milliarden Euro. Zwar ist unvermeidlich, dass durch den Einsatz der Technologie auch Arbeitsplätze wegfallen. Jedoch werden an anderen Stellen wieder neue Jobs geschaffen. Es wird mehr Personal in Entwicklung und Anwendung benötigt, um KI zu entwickeln und zu betreuen.

 

Die Kurven zeigen ein besonderes Merkmal auf: Einen enormen wirtschaftlichen Fortschritt. Produktivität, Produktqualität, gewonnene Zeit und Personalisierung – all das steigt rasant in die Höhe. Insgesamt wird einem daher ein deutliches Bild vermittelt. Polly und ihre Nachfolger sorgen dafür: Der Weg in die Zukunft führt steil nach oben.

David Schöne

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