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PR-Software: wie ein Milliardenmarkt die Branche verändert

Technische Innovationen und riesige Datenmengen verändern die Zukunft der PR. Doch wie groß ist der Markt für PR-Technologie wirklich? Was können die größten Software-Anbieter? Geht der Mensch zwischen Technik, Tools und Künstlicher Intelligenz in Zukunft verloren?

©Rymden - stock.adobe.com

3,5 Milliarden US-Dollar wurden 2017 laut Burton-Taylor International Consulting in der PR-Branche für Technologie ausgegeben. Bereits im Folgejahr stieg dieser Wert um über 17 Prozent an. 2018 erreichte der Markt dann bereits ein Volumen von 4,1 Milliarden US-$.

 

Die  Anzahl  konkurrierender Unternehmen ist im letzten Jahrzehnt explodiert. Diese überaus große Investitionsbereitschaft in PR-Technologie spricht für eine aussichtsreiche Zukunft. Experten erwarten, dass sich der Technologie-Markt im nächsten Jahrzehnt verdoppeln wird.

 

Dabei ist die Marktsättigung derzeit noch sehr gering. Weniger als die Hälfte des potenziellen Marktes nutzt Software und Tools zur Automatisierung bestimmter Prozesse in der PR-Arbeit. In Zukunft werden Software und Tools in dieser Branche aber immer relevanter. Fähigkeiten im Umgang mit Technologie gehören zu den Grundkompetenzen zukünftiger PR-Experten.

Kevin Akeroyd, CEO von Cision, in PR Week

PR-Profis können endlich ihren Wert belegen

 

Die stärkste Zunahme erlebte die Branche im Social Media Segment. Außerdem besonders relevant sind Influencer Management, Medienanalyse, Media Monitoring (Medienbeobachtung) und Presseverteiler. Alles Gebiete, in denen große Anbieter gut aufgestellt sind.

 

Media-Monitoring-Anbieter wie Cision und Meltwater beobachten die Präsenz von Schlüsselwörtern oder Themen in der Medienumgebung eines Unternehmens. Informationen im Netz werden beinahe in Echtzeit erfasst. Anschließend durchsucht Künstliche Intelligenz diese Daten dann nach Relevantem. Media Monitoring wird von allen großen Anbietern bereitgestellt.

 

Verläufe von Trends und Botschaften in den sozialen Medien können wichtige Erkenntnisse für PR-Profis darstellen. Monitoring Tools können beispielsweise rechtzeitig aufkommende Social-Media-Shitstorms erkennen. Damit ermöglichen sie PR-Profis ein frühzeitiges Krisen-Management.

 

Nicht nur für das Verhindern von Krisen sind derartige Tools ein großer Gewinn. Technologie bietet zudem eine Lösung zu einem großen Problem der PR-Branche. Denn: Anders als im Marketing gestaltet sich die Erfolgsmessung von PR-Abteilungen oder Agenturen deutlich schwieriger. Hier setzen die großen Technologie-Anbieter an. Sie versuchen Lösungen zu finden, die an der Schnittstelle zwischen Marketing und PR liegen. Smarte Monitoring Software ermöglicht es, die eigenen Erfolge auf konkrete Aktionen der Kommunikatoren zurückzuführen. PR-Profis wird so die Möglichkeit gegeben, ihren Wert für die eigene Organisation zu belegen.

 

Außerdem kann Software KI-gestützt relevante Zielgruppen und Plattformen ausfindig machen. KI erkennt die wichtigsten Meinungsmacher für bestimmte Themen oder Marken. Dafür stellen die großen Anbieter riesige Datenbanken und Tools zur Verfügung. So können Influencer zielgerichtet angesprochen werden, die die Botschaften von Unternehmen erfolgreich verbreiten sollen.

 

Social Media und Software as a Service-Angebote (SaaS) befeuern Wachstum

 

Die größten Anbieter wie Cision oder Meltwater integrieren ihre Tools in übergreifende Produktpakete. Diese “SaaS“ Angebote versuchen mehrere Prozesse der PR-Arbeit in einer Software zu verbinden. Beispiele dafür sind die „Cision Communications Cloud“ oder Meltwaters „Media Intelligence Plattform“. Cision beschreibt sich mittlerweile selbst als „one-stop shop“. Alle relevanten Aufgabenfelder für PR-Profis sollen von einem Produkt abgedeckt sein. Mit solchen breiten Angeboten erreichen die Software-Unternehmen ihre Kunden immer besser.

 

Cision und Meltwater gelten heute als weltweit marktführend für Technologie in Kommunikation und PR. Cision, mit einem  Marktanteil von

ca. 20 Prozent in 2018, liegt aktuell vor Meltwater an der Spitze.

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Schon heute helfen Tools und Software PR-Profis bei der Arbeiten 

Die 5 größten Anbieter von PR-Tools und Software:

 

  1. Cision

  2. Meltwater Group

  3. Kantar Media

  4. Business Wire

  5. Intrado (ehemals West Corporation)

 

Media Monitoring wichtigstes Einsatzgebiet in der Praxis

 

Am häufigsten werden Software und Tools derzeit für Media Monitoring verwendet. Bis heute verlassen sich Unternehmen laut 2018 AMEC Global Insights Study stark auf Erkenntnisse aus den Medien. Darauf gründend, treffen sie wichtige Entscheidungen.

 

Der 2019 Global Communications Report hat CEOs und PR-Experten zum Einsatz von Technologie befragt. Monitoring Tools hielten 44 Prozent derzeit für wichtig für ihre Arbeit. Angebote wie von Cision und Meltwater haben also längst Einzug in den PR-Alltag gefunden. Des Weiteren kommt Technologie am häufigsten bei der Website-Analyse und dem Social Media Management zum Einsatz. KI, Sprachassistenten, Conversational Bots sowie Virtual und Augmented Reality spielten hingegen noch keine große Rolle.

 

Die Nachfrage wächst

 

Technologische Innovationen werden der PR-Branche signifikante Veränderungen bringen. 80 Prozent aller Befragten des 2019 Global Communications Report erwarten dies für die Zukunft.  Mehr als die Hälfte der PR-Experten schätzen, dass Software und Tools am häufigsten Anwendung für Social Listening, Website-Analyse und Social-Media-Management finden werden. Media Monitoring soll außerdem weiter an Bedeutung gewinnen. Auch der Einsatz von Bots, Augmented- und Virtual Reality sowie künstliche Intelligenz sollen stark an Relevanz gewinnen. Fast 20 Prozent der Befragten sehen KI für ihre zukünftige Arbeit als bedeutsam an.

 

KI und die Zukunft des Monitorings

 

Monitoring Tools werden immer intelligenter. Sie werden nicht nur aktuelle Entwicklungen in den sozialen Medien erkennen. Bald können sie diese in einen größeren Kontext setzen, bewerten und daraus Handlungsempfehlungen ableiten. KI wird immer besser darin, relevante Informationen aus den weiter waschsenden Datenmengen herauszufiltern. Technologie wird der PR-Branche immer mehr Arbeiten abnehmen.

 

Trotzdem erwarten nur 23 Prozent der PR-Experten, dass Menschen Technologie unterlegen sein werden. Eine ähnliche Bedeutung von Mensch und Technik unterstellen hingegen 30 Prozent. Die deutliche Mehrheit hingegen, geht weiter davon aus, dass Technologie in Zukunft menschlicher Arbeit untergeordnet bleibe.

 

Heute lässt sich noch ziemlich leicht sagen: Technologie im Bereich des Monitorings menschlicher Bewertung unterlegen. KI kann implizite Aussagen und Ironie nicht zuverlässig erkennen. Gleichzeitig gibt es immer mehr Kanäle, Formen und Formate, in denen Unternehmen kommunizieren. Menschliche Kommunikation unterliegt stetigem Wandel und ist äußerst komplex. Kontrolle und Einordnung durch PR-Profis ist also unabdingbar, um Relevanz zu erkennen und aktiv erzeugen zu können.

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Ob KI zukünftig PR-Profis ersetzen wird?

Michael Busch von Landau Media ist skeptisch, in pr-journal

Ausblick auf die Branche

 

Die Nachfrage nach Software und Tools für die PR und Kommunikation wird weiter steigen. Die Konkurrenz auf dem Markt der Technologie für Kommunikation und PR ist riesig. Technische Innovationen bestimmen das Geschäft. Auch etablierte Anbieter müssen ständig neue Innovationen bieten um bestehen zu können. In der Zukunft kommt es darauf an, welche Technologie-Anbieter am schnellsten immer bessere KIs entwickeln und der PR-Branche zugänglich machen.

 

Die Befragten PR-Experten des 2019 Global Communications Report gaben Big-Data-Analyse, Videoproduktion und Suchmaschinenoptimierung als wichtigste Technik-Kompetenzen in der PR-Zukunft an. Kreative Aufgaben werden auch zukünftig beim Menschen liegen. Software wird die Aufbereitung und Analyse der riesigen Datenmengen übernehmen. Mensch und Technologie gehen zukünftig also Hand in Hand. Dies bietet dem PR-Profi sinnvolle Erkenntnisse und erspart viel Zeit und Kosten.

 

 

Leon Dase

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